Irgendwo zwischen Rhön und Spessart

Wenn man, wie ich jetzt auch schon fast zwei Jahre, im schönen Süden der Republik wohnt, vergisst man schnell, dass es zum Biken nicht immer die Alpen sein müssen. Im Gegenteil: während sowohl im österreichischen als auch im deutschen Alpenraum die Bike-Verbotsschilder immer mehr in Mode kommen und sogar renommierte Bike-Festivals umziehen müssen, weil die Strecken für den Marathon nicht mehr freigegeben werden, rüsten die Mittelgebirge in Sachen Biketourismus ordentlich auf.

 

Was im Sauerland mit den ausgeschilderten Strecken der Bikearena angefangen hat, scheinen sich viele Regionen zum Vorbild genommen haben, so auch die Regionen Rhön und Spessart.

Sonnenuntergang im Wald
MTB Tour Spessart Wald
MTB Tour Spessart Wald

Ich habe mir den späten Herbst ausgesucht, um diese Region mal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Da ich keine Ahnung hatte, wie die Strecken so ausfallen würden, habe ich mich für mein CC-Bike entschieden, was auf jeden Fall die richtige Entscheidung war. Die Strecken im Spessart sind unterteilt in drei Gebiete. Insgesamt gibt es 22 verschiedene Routen auf 885 Kilometern mit ca. 17.200 Höhenmetern. Ich habe drei der Touren getestet und war begeistert. Obwohl ich zur Sicherheit mein GPS dabei hatte, war die Beschilderung lückenlos und stets gut nachvollziehbar. Am zweiten Tag habe ich sogar zwei Runden kombiniert, was auch kein Problem dargestellt hat. Auch die Angaben zu Kilometern und Höhenmetern wichen nur marginal ab. Alle Routen findest du auf bikewald.com.

 

Darüber hinaus gibt es auch spezielle Trailtouren, welche jedoch nur als GPS-Track zur Verfügung gestellt werden. Eine davon habe ich testen können: Landschaften. Leider war diese zwar landschaftlich wirklich sehr schön aber Trails hat man hier vergebens gesucht. Da diese Tour jedoch auch als sehr leicht eingestuft war, gehe ich mal davon aus, dass auf den schwereren Trailtouren durchaus auch anspruchsvolle Abfahrten dabei sind.

MTB Tour Spessart Wald
Mountainbike univega
Mountainbike Reifen

Wer es direkt etwas härter mag, sollte mal im Bikepark Frammersbach vorbeischauen: http://www.bikepark.msf-frammersbach.de/. Der ist zwar nicht täglich geöffnet, aber an ausgewiesenen Lifttagen kann man hier sicherlich eine Menge Spaß haben. Die Öffnungszeiten während der Sommersaison werden hier bekannt gegeben: facebook.com/pages/Sauerberglift-Frammersbach

 

In der Rhön befindet sich außerdem auch noch der längste Flowtrail Bayerns, der Flowtrail Kreuzberg. Mit zwei Kilometern Länge und einer Höhendifferenz von 180 Metern kann er sich durchaus sehen lassen und entschädigt für die Auffahrt, die man in der Regel aus eigener Kraft bewerkstelligen muss.

Insgesamt ein tolle und abwechslungsreiche Gegend, die besonders im Herbst mit tollen Farben zu beeindrucken weiß.

Sonnenuntergang Spessart

Warst du auch schon mal in der Gegend und hast vielleicht noch ein paar Geheimtipps?

SPOTCHECK: Bike Republic Sölden

In den Alpen gibt es immer mehr Regionen, die sich im Sommer nicht mehr nur auf den Wandertourismus verlassen wollen. Wie die Gegend rund um Saalbach, hat man auch im Ötztal erkannt, dass man in Skigebieten im Sommer nicht nur mit Wanderern, sondern auch mit Radfahrern Geld verdienen kann 😉

Was in einigen Landstrichen noch in den Kindernschuhen steckt, ist in Sölden schon fast erwachsen. In den letzten Jahren hat sich im schönen Ötztal wirklich einiges getan.

Neben dem über 6 Kilometer langen Flowtrail Teärre-Line gibt es als angelegte Strecken noch die blaue Eebme- und die schwarze Zaahe-Line sowie weitere ausgeschilderte Trails, die zwar durchweg naturbelassen sind aber dennoch viel Fahrspaß versprechen. Während Teärre-, Eebme- und Zaahe-Line ausschließlich für Biker freigegeben sind, heißt es auf den anderen Trails „Wanderweg/Singletrail“. Gegenseitige Rücksicht wird hier groß geschrieben und scheint auch weitestgehend gut zu funktionieren.

Tolle Trails mit geiler Aussicht

Mountain View Bike Republic Sölden

Der Schwierigkeitsgrad wird im gesamten Gebiet mit Farben angegeben (blau, rot, schwarz). Die Bewertung ist durchaus realistisch, wobei man davon ausgehen kann, dass die schwarzen Trails auch wirklich anspruchsvoll zu fahren und oft relativ steil sind.

Zum Start von Teärre-Line und Co. geht es mit der Gaislachkoglbahn I, normalerweise nimmt im Sommer auch die Giggijochbahn Biker mit, aber in dieser Saison (2016) war die Bahn wegen Umbauarbeiten komplett geschlossen. Die Tageskarte inkl. Biketransport kostet für Erwachse 29€, wenn man eine Übernachtung im Ötztal bucht, gibt es meistens die sogenannte ÖtztalCard (Premium) dazu. Dadurch würde man bei dem Ticket noch einmal 7€ sparen. Es werden auch Mehrtageskarten angeboten. Eine Übersicht findest du hier.

Auch die Gaislachkoglbahn II nimmt Biker mit und ein Schild im Einstiegsbereich warnt vor einer schwierigen und sehr steilen Abfahrt. An dieser Stelle sei gesagt: ja, man sollte mal ganz rauf fahren aber nein, das Bike braucht man dafür definitiv nicht. Der Blick vom 3.058m hohen Gaislachkogl ist atemberaubend und auch der „Herzsee“ ist einen Besuch wert aber die „versprochene“ Abfahrt besteht aus einer sehr steilen, sehr breiten Schotterstraße, die lediglich Bremsbelag und Reifenprofil etwas abverlangt, jedoch fahrtechnisch eher langweilt.

Nun aber zurück zu den Lines und Trails…die Täere-Line hält, was sie verspricht: über 6 Kilometer Flow at its best! Toll geshapte Anlieger und Tables aber auch immer mal eine spaßige Wurzelpassage oder Felsen, die als Kicker „missbraucht“ werden können. Gespickt ist die Strecke auch immer wieder mit spannenden Northshore – Elementen.

Die Zaahe-Line geht im Mittelteil von der Teäre-Line ab und ist eine willkommene Abwechselung, die man aber nicht direkt im ersten Versuch mit Vollgas testen sollte. Hier findet man einige Doubles und Sprünge, die nicht unbedingt immer komplett einsehbar sind. Für nicht ganz so waghalsige sei gesagt, man kann alles umfahren und muss lediglich zwei etwas steilere Anliegerkurven meistern.

Die Eebme-Line ist wirklich für jeden geeignet. Gute Biker können hier mal richtig Gas geben und Einsteiger sind eingeladen sich mal ein Bild davon zu machen, was sie auf der Teäre-Line erwartet.

Die Naturtrails bieten allesamt unterschiedlichste Herausforderungen, von steilen und ruppigen Bergabpassagen bis zu Ziehwegen, bei denen man auch mal ein bisschen treten muss. Die Beschreibungen und Schwierigkeitsgrade fand ich persönlich sehr hilfreich und auch durchweg zutreffend. Eine Übersicht über alle Trails und Lines findest du hier.

Insgesamt kann man sagen, dass Sölden sich mit seiner Bike Republic zu einem tollen Ziel für Biker gemausert hat. Viele Hotels und Pensionen haben sich auf Biker eingestellt und können hilfreiche Tipps geben. Obwohl auch viele Downhiller vor Ort waren, sind die Strecken doch eher etwas, wo Enduro-Biker voll auf ihre Kosten kommen, besonders wenn man nicht den ganzen Tag Teäre- bzw. Zaahe-Line fahren will und auch mal den ein oder anderen Höhenmeter in Kauf nimmt.

Warst du schon mal in Sölden oder hast noch Fragen zum Spot?

Kommentare sind immer willkommen!

Mountainbiken im Siebengebirge

Eine sieben Berge Tour wurde es nicht ganz aber wir haben immerhin fünf von den sieben Bergen geschafft, bei unserer Tour durch das Siebengebirge am 1. Mai Feiertag. Gemeinsam mit guten Freunden machten wir uns gegen Mittag auf. Geplant war eine Strecke die ca. 30 Kilometer und dabei 1200 Höhenmeter umfasste. Es versprach also anstregend zu werden 🙂 Read more

emotion Sportswear am Gardasee

Wir waren mal wieder unterwegs!
Dieses Mal etwas entspannter als sonst – eine Woche lockere MTB Touren am Gardasee standen auf dem Plan. Das Wetter spielet zum Glück mit. So konnten wir wirklich jeden Tag auf dem Radl sitzen und natürlich die Aussicht genießen. Diese fand ich persönlich, vom Aussichtspunkt Punta Larici (siehe Foto) am hervorragendsten. Der Weg dorhin lässt sich gut fahren, auch wenn die letzten Höhenmeter doch sehr steil sind. Von oben hat man dann einen wunderbaren Blick über den kompletten Gardasee und runter nach Limone. Einfach traumhaft!
Neben vielen weiteren Touren war die Woche mit gutem Wein und leckerem Essen gekennzeichnet.
Auch wen ich mich hier jetzt kurz halte – der Gardasee ist für Mountainbike- und Rennrad-Freunde immer eine Reise wert!