Spotcheck Bike Republic Sölden

SPOTCHECK: Bike Republic Sölden

In den Alpen gibt es immer mehr Regionen, die sich im Sommer nicht mehr nur auf den Wandertourismus verlassen wollen. Wie die Gegend rund um Saalbach, hat man auch im Ötztal erkannt, dass man in Skigebieten im Sommer nicht nur mit Wanderern, sondern auch mit Radfahrern Geld verdienen kann 😉

Was in einigen Landstrichen noch in den Kindernschuhen steckt, ist in Sölden schon fast erwachsen. In den letzten Jahren hat sich im schönen Ötztal wirklich einiges getan.

Neben dem über 6 Kilometer langen Flowtrail Teärre-Line gibt es als angelegte Strecken noch die blaue Eebme- und die schwarze Zaahe-Line sowie weitere ausgeschilderte Trails, die zwar durchweg naturbelassen sind aber dennoch viel Fahrspaß versprechen. Während Teärre-, Eebme- und Zaahe-Line ausschließlich für Biker freigegeben sind, heißt es auf den anderen Trails „Wanderweg/Singletrail“. Gegenseitige Rücksicht wird hier groß geschrieben und scheint auch weitestgehend gut zu funktionieren.

Tolle Trails mit geiler Aussicht

Mountain View Bike Republic Sölden

Der Schwierigkeitsgrad wird im gesamten Gebiet mit Farben angegeben (blau, rot, schwarz). Die Bewertung ist durchaus realistisch, wobei man davon ausgehen kann, dass die schwarzen Trails auch wirklich anspruchsvoll zu fahren und oft relativ steil sind.

Zum Start von Teärre-Line und Co. geht es mit der Gaislachkoglbahn I, normalerweise nimmt im Sommer auch die Giggijochbahn Biker mit, aber in dieser Saison (2016) war die Bahn wegen Umbauarbeiten komplett geschlossen. Die Tageskarte inkl. Biketransport kostet für Erwachse 29€, wenn man eine Übernachtung im Ötztal bucht, gibt es meistens die sogenannte ÖtztalCard (Premium) dazu. Dadurch würde man bei dem Ticket noch einmal 7€ sparen. Es werden auch Mehrtageskarten angeboten. Eine Übersicht findest du hier.

Auch die Gaislachkoglbahn II nimmt Biker mit und ein Schild im Einstiegsbereich warnt vor einer schwierigen und sehr steilen Abfahrt. An dieser Stelle sei gesagt: ja, man sollte mal ganz rauf fahren aber nein, das Bike braucht man dafür definitiv nicht. Der Blick vom 3.058m hohen Gaislachkogl ist atemberaubend und auch der „Herzsee“ ist einen Besuch wert aber die „versprochene“ Abfahrt besteht aus einer sehr steilen, sehr breiten Schotterstraße, die lediglich Bremsbelag und Reifenprofil etwas abverlangt, jedoch fahrtechnisch eher langweilt.

Nun aber zurück zu den Lines und Trails…die Täere-Line hält, was sie verspricht: über 6 Kilometer Flow at its best! Toll geshapte Anlieger und Tables aber auch immer mal eine spaßige Wurzelpassage oder Felsen, die als Kicker „missbraucht“ werden können. Gespickt ist die Strecke auch immer wieder mit spannenden Northshore – Elementen.

Die Zaahe-Line geht im Mittelteil von der Teäre-Line ab und ist eine willkommene Abwechselung, die man aber nicht direkt im ersten Versuch mit Vollgas testen sollte. Hier findet man einige Doubles und Sprünge, die nicht unbedingt immer komplett einsehbar sind. Für nicht ganz so waghalsige sei gesagt, man kann alles umfahren und muss lediglich zwei etwas steilere Anliegerkurven meistern.

Die Eebme-Line ist wirklich für jeden geeignet. Gute Biker können hier mal richtig Gas geben und Einsteiger sind eingeladen sich mal ein Bild davon zu machen, was sie auf der Teäre-Line erwartet.

Die Naturtrails bieten allesamt unterschiedlichste Herausforderungen, von steilen und ruppigen Bergabpassagen bis zu Ziehwegen, bei denen man auch mal ein bisschen treten muss. Die Beschreibungen und Schwierigkeitsgrade fand ich persönlich sehr hilfreich und auch durchweg zutreffend. Eine Übersicht über alle Trails und Lines findest du hier.

Insgesamt kann man sagen, dass Sölden sich mit seiner Bike Republic zu einem tollen Ziel für Biker gemausert hat. Viele Hotels und Pensionen haben sich auf Biker eingestellt und können hilfreiche Tipps geben. Obwohl auch viele Downhiller vor Ort waren, sind die Strecken doch eher etwas, wo Enduro-Biker voll auf ihre Kosten kommen, besonders wenn man nicht den ganzen Tag Teäre- bzw. Zaahe-Line fahren will und auch mal den ein oder anderen Höhenmeter in Kauf nimmt.

Warst du schon mal in Sölden oder hast noch Fragen zum Spot?

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